Wissen über die     
Feuerbestattung     

Dr. Silke Kral,     
Kulturwissenschaftlerin

Die Autorin

Dr. Silke Kral
Dr. Silke Kral

*1966, Dr. phil., M.A., Kulturwissenschaftlerin/
Museumsleiterin.
Nach dem Studium der Volkskunde, Germanistik und Neueren und Neuesten Geschichte in Freiburg i.Br. wissenschaftliches Museumsvolontariat. Promotion an der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel. Professionelle Projektentwicklung, Projektorganisation und Projektbegleitung für Museen, Wirtschaft und Industrie, Verlag und Rundfunk. Seit 2006 Organisation verschiedener Veranstaltungen zu Sterben, Tod, Trauer und Abschied nehmen; Veröffentlichungen und Vorträge.












Nationalsozialismus

Wurden die Krematorien im späten 19. Jahrhundert als Inbegriff von Zivilisation und Fortschritt gefeiert, gerieten sie unter den diktatorischen Bedingungen zum Maßstab für Massenvernichtung und Menschen-Beseitigung.

Das Kennzeichen der rigorosen NS-Politik war mit der Machtergreifung 1933 die Verletzung des reformorientierten Ansatzes der Feuerbestattung, die nun im Sinne der Rassenpolitik als ideologisches Kampfinstrument eingesetzt wurde. Von der NS-Organisation völlig aufgesogen, wurden die Feuerbestattungsvereine. Die Verbrennung durfte nur in behördlich genehmigten Anlagen erfolgen. 1934 trat das neue Reichsgesetz über die Feuerbestattung in Kraft, das als einzige Neuerung die Feuer- mit der Erdbestattung gleichstellte und die Bestimmungen vereinheitlichte.

Tötung und Vernichtung in den Krematorien der Lager waren der Höhepunkt barbarischen Handelns. Die technische Weiterentwicklung der Verbrennungsöfen bei gleichzeitiger Tabuisierung der technischen Bereiche seit Beginn der Feuerbestattung, konnte dazu beitragen, die Spuren der Verbrechen zu beseitigen. Rasch waren die Lager mit Einäscherungsanlagen ausgerüstet: Dachau (1939); Buchenwald (1940); Neuengamme (1942); Ravensbrück; Majdanek; Sachsenhausen; Auschwitz/Birkenau. »So wurden die Krematorien zum letzten Element einer immer weiter perfektionierten, zynisch-brutalen Tötungsmaschinerie«.
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