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Wissen über die     
Feuerbestattung     

Dr. Silke Kral,     
Kulturwissenschaftlerin

Die Autorin

Dr. Silke Kral
Dr. Silke Kral

*1966, Dr. phil., M.A., Kulturwissenschaftlerin/
Museumsleiterin.
Nach dem Studium der Volkskunde, Germanistik und Neueren und Neuesten Geschichte in Freiburg i.Br. wissenschaftliches Museumsvolontariat. Promotion an der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel. Professionelle Projektentwicklung, Projektorganisation und Projektbegleitung für Museen, Wirtschaft und Industrie, Verlag und Rundfunk. Seit 2006 Organisation verschiedener Veranstaltungen zu Sterben, Tod, Trauer und Abschied nehmen; Veröffentlichungen und Vorträge.












Aus der Geschichte der Feuerbestattung

Von dem lateinischen Begriff cremare (= verbrennen) abgeleitet, bezeichnet die Feuerbestattung (Kremation) den Vorgang des Verbrennens eines Verstorbenen. Schon in der Antike war die Feuerbestattung die häufigste Bestattungsform – sie war keine Erfindung des Industriezeitalters. Dem Feuer wurde über die Zeiten hinweg durchgehend eine reinigende Wirkung zugesprochen.

Von den Germanen hieß es, dass sie die Leichen angesehener Personen mit ausgewählten Hölzern verbrannten und darüber einen Rasenhügel errichteten. Im Römischen Reich galt die Leichenverbrennung wegen ihrer hohen Holzkosten als soziales Privileg – vorchristliche Leichenverbrennungen fanden auf offenem Scheiterhaufen statt.

Vergegenwärtigen wir uns die Geschichte der Kremation in Deutschland – geprägt von der wechselseitigen Beeinflussung von Technik, Kultur und Gesellschaft – so liegt deren Beginn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mitte der 1870-er Jahre kam der Begriff »Feuerbestattung« auf und ersetzte den zuvor gebräuchlichen Begriff der Leichenverbrennung. Der neue Begriff deutet eine grundlegende Reform im Bestattungswesen an.

Maßgebend für den Durchbruch der modernen Feuerbestattung waren die mit der Industrialisierung auftretenden Probleme im städtischen Bestattungswesen, begünstigt vom zunehmenden Bedeutungsverlust der Kirchen. Rapides Bevöl- kerungswachstum, Raum- und bisweilen auch hygienische Probleme veranlassten insbesondere Mediziner und Hygieniker zu massiver Kritik an den Überbelegungen auf den Friedhöfen und den aufgetretenen Bestattungen in Massengruben in mehreren Lagen übereinander.

Die Experten sprachen sich – auf medizinischen Fachkongressen – für eine Bestattungs-Reform aus. Öffentliches Gesprächsthema wurde die Feuerbestattung 1873 nach einer Vorführung auf der Weltausstellung in Wien.
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