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Werner Tiltz wurde in Peine geboren und lebt in Würzburg mit der Malerin Renate Jung zusammen. Industriekaufmann und abgeschlossenes Studium als Betriebswirt.
Marketing- und Verlagsmanager.
Verlagsleiter beim Verlag »moderne industrie« (Süddeutscher Verlag), München.
Lyrik- und Prosa-Autor.
Ausbildung zum Basssänger bei Friedel Becker-Brill, Wuppertal, und Prof. Margot Gerdes, München.
Veröffentlichungen:
"Wort-Bild-Spiegelungen", zusammen mit dem Fotografen Wolf Schudde (Lyrik-Fotografie-Kalligrafie), u.a. als Kalender für Wyeth.
Zwei Aphorismus-Bändchen "Gib mir die Hand" und "Lauf dem Glück entgegen" unter dem Pseudonym "Thomas Spielmann" (Steinheim-Verlag).
"Der Liederbaum" - durch Singen die Seele erfrischen und heilen (Ariston-Verlag).
CD "Lieder und Balladen" von Schubert, Schumann, Loewe, Franz und Grieg, zusammen mit Hans Norbert Bihlmaier, Klavier.
Lyrikkarten über Eigenverlag.
Gedichte, Kurzgeschichten, Fachbeiträgeu.a. in "Lyrik heute", Rind & Schlegel, SZ, Bild der Frau, Playboy, Esquire, Zoom, Industriemagazin, Westfalen-Blatt und bei "Gedichte-Lyrik-Poesie".
In Arbeit: Novelle über das Thema "Wein".

Gedichte

von Werner Tiltz
Abschied
Bettet mir den Kopf recht hoch,
ich möcht euch alle sehen.
Und sollte ich dann gehen,
trinkt, singt und lacht.
Ich mag nicht, dass ihr weint,
der Tod ist nicht mein Feind.
Er nimmt von mir die Plagen -
ja, traut es euch zu sagen -
von euch, ihr Lieben, auch.
Leert besten Wein aus meinem Keller
und stimmt mir frohe Lieder an.
Füllt euch beim Festmahl reich die Teller,
weil ich dann heiter ziehen kann...
Abschiedsgesang
Wilde Rosen, duftig-kleine,
hab ich grad für dich erstanden.
Hier, dein Seidenkleid, das feine,
soll die göttergleich gewanden.
Auch ein Perlenbändelein
flecht ich dir ins Haar hinein.
Feine Ringe, zwei, drei, vier,
reich ich dir zur weitren Zier.
Rouge belebe deine Wangen,
Frieden mag dein Herz empfangen.
Puppenähnlich schaust du aus
für die ewiglange Reise.
Horch, nun sing ich dir von Strauß
leise deine Lieblingsweise!
Der Tod als Freund
Der Tod ist gütig-weise.
Fast unbemerkt und leise
fängt er uns hilfreich auf.
Und führt uns dann stromauf
zur neuerlichen Reise!
Der Ungebetene
Freund Hein, der ungebetne Gast,
war bei mir häufig zu Besuch.
Ich habe stets mir ihm verweigert,
und er verschwand mit leisem Fluch.
Nun aber wird er mich bezwingen,
weiß Gott, es wird für ihn nicht schwer.
Die Kraft, erneut mit ihm zu ringen,
die habe ich nicht mehr.
P.
Er schlief in keinem Lotterbett
und lebte keusch und rein.
Nun ist er tot und sein Habit
hüllt seinen Leichnam ein.
Begraben wird er stoisch leis
wie jeder hier vor ihm.
Allein als letzter Ehrbeweis
gilt ihm die nächste Prim.

(Die Prim ist das dritte morgendliche
Stundengebet bei den Kartäuser-Mönchen.)
K.
Es beglückt mich,
dass ich dich erlebe,
weil du im Traum
ganz nahe bei mir bist.
Ich bin glücklich,
weil ich spüre,
dass ein Teil von dir
in mir enthalten ist.
Es beglückt mich,
dass ich um dich weine,
da ich mich
nach dir verzehr!
Ich bin glücklich,
weil ich meine,
deine Seele
sinnt auf Wiederkehr.
Start ins Jenseits
Wenn ich einmal sterben werde,
spielt mir froh das Lied vom Tod!
Und auf jede Schaufel Erde
gebt ein Stückchen Weizenbrot!
Auch zwei Flaschen Blauburgunder
stellt mir in das Grab hinein!
Aber keinen Wegtrinkplunder -
vom Allerbesten muss er sein.
Und, weil ich sie nie beendet',
legt Schillers Werke mit zur Ruh!
Bitte, da ich's gern verwendet',
packt mein Notebook gleich dazu.
Schart euch dann in weitem Kreise
um das offne Grab herum,
startet meine Seelenreise
mit Gesang ad libitum!


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